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Tourenforum - kaernten.bergrettung.at • Thema anzeigen - Sawtooth Peak (3.762m), High Sierra, Kalifornien

Sawtooth Peak (3.762m), High Sierra, Kalifornien

Bergtouren ohne Seilgebrauch, inkl. Klettersteige

Moderator: alpendohle

Sawtooth Peak (3.762m), High Sierra, Kalifornien

Beitragvon alpendohle » Mi 8. Sep 2010, 03:34

Originalbericht unter http://www.pirker.org/blog/2010/09/05/s ... -12343-ft/
Bildergalerie Direktlink: http://www.pirker.org/blog/galerien/som ... -5-9-2010/


Die kalifornische Sierra beinhaltet unglaubliche Naturschönheiten, Viertausender, unglaublich hohe Granitwände, lange Täler – die meisten dieser Plätze erschliessen sich dem Tageswanderer nicht; ein “System” aus Gasthäusern, Bergstrassen und Schutzhütten wie in den Alpen gibt es ebenso nicht, weswegen die Einheimischen schwer bepackt immer Campingausrüstung mitführen. Nach einer kurzen Nacht in Visalia, schnellem Frühstück, Sandwich einkaufen und Tanken machte ich mich auf den Weg ins Mineral King Valley, der südlichsten und selten genutzten Zufahrt in den Sequoia National Park. Die Fahrzeit für die enge, kurvige, sandige Bergstrasse wird mit neunzig Minuten (!) angegeben, gut dass ich im Geländewagen unterwegs war.

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Anstieg - rechts oben der Gipfel


Ich startete am Sawtooth Trailhead auf ca. 2300m Seehöhe um etwa 11 Uhr. Es war heiss, ich war überhaupt nicht akklimatisiert, unausgeschlafen, das Gepäck war schwer weil ich fast vier Liter Getränke plus Spiegelreflexkamera mitführte, dennoch überwog die Freude über die Szenerie einfach alles. Ich bemühte mich trotz allem, schnell zu sein, und kam gut voran. Ich hatte vor, bei den Monarch Lakes die erste größere Pause einzulegen; der Weg dorthin ist allerdings lang, immer wieder glaubt man, man sei gleich da, und es täuscht. War ich zuerst im Buschwerk gestartet, kam ich nun durch dichten Pinienwald. Immer wieder hält der Wegverlauf Überraschungen bereit, eine lange Querung um einen Gupf, wieder ein Anstieg, und ich habe die erste Etappe geschafft. Welch Anblick!

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Monarch Lake / Mineral Peak


Ich geniesse die Zeit, jausne in Ruhe auf einem Stein direkt am Wasser. Die Luft ist inzwischen angenehm kühl, lediglich die Sonnenstrahlen sind unbarmherzig - etwa mit der Einstrahlung in Nordafrika zu vergleichen. Zum Gipfel des Sawtooth Peak ist noch einiges an Höhe und Strecke zurückzulegen. Die folgende Etappe zum Sawtooth Pass ist die schwierigste, im losen, steilen Sand ist der Anstieg mühsam und kraftraubend, durchaus vergleichbar mit den Karen in den Kalkalpen, wenn die Steinchen klein sind und man nicht und nicht weiterkommt. Dennoch wähle ich eine Abkürzungsstrecke, die zwar noch mehr Kraft kostet, mich dafür direkt auf den Grat bringen sollte. Ein mir entgegenkommender Bergsteiger meinte, die Tour sei "breathtaking" - wie wahr (er meinte allerdings den Ausblick vom Gipfel), wie wahr also im doppelten Sinne. Am Grat angekommen wird mir erst einmal klar, wie sehr "breathtaking" die Tour ist, im Vergleich zu dem was ich bis jetzt gesehen hatte. Direkt vor mir tun sich nicht nur weitere Seen und Täler auf, sondern die gesamte Gruppe um den Mount Whitney, der höchste Punkt Kontinentalamerikas. Eindrucksvoll erhebt sich auch mein Ziel, der Sawtooth Peak über dem kleinen grünen Columbine Lake.

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Sawtooth Peak und der Grat


Der weitere Weg am Grat ist in leichter Kletterei zu meistern, nie schwerer als II, ausser man legt es gezielt darauf an. Hier traf ich auf einen in Kalifornien lebenden Dänen, und wir legten den weiteren Weg gemeinsam zurück und bald standen wir am Gipfel, auf einer Seehöhe, die in der Größenordnung des Großglockners - es fehlen vier Meter auf die obere Glocknerscharte zwischen Groß- und Kleinglockner - liegt. Der Gipfel ist unmarkiert, lediglich ein Gipfelbuch ist etwas versteckt unten den Felsen vorhanden, natürlich tragen wir uns ein und blättern durch die Seiten.

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Gipfelpanorama


Als Abstiegsweg nehmen wir einen anderen Weg weiter Richtung Osten - einem Tip eines weiteren Bergsteigers folgend -, in einfachem, dafür aber weglosen Gelände. Der Sand über den Steinen lässt mich öfters ausrutschen, die Laufschuhe füllen sich mit selbigem, weswegen bald eine Pause zur Schuhentleerung notwendig ist. Neben einem Schneefeld bemerken wir die Spuren eines Bären, was absolut nicht ungewöhnlich ist - ganz im Gegenteil, es ist eher ungewöhnlich, dass wir keinen Bären gesehen hatten.

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Monarch Lake im Abendlicht


Wir erreichen dann Upper Monarch Lake, und von dort suchen wir zum Teil im Gestrüpp einen Weg wieder Richtung Lower Monarch Lake. Die Sonne ist inzwischen sehr tief, wir würden sicher in die Dunkelheit kommen; die Dämmerung ist hier, aufgrund der südlicheren Lage, kürzer als in Mitteleuropa (auch die Tage selbst im Sommer sind kürzer!) und es wird sehr schnell stockdunkel (und kalt).

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Alpenglühen kalifornisch


Natürlich inspierte die Dämmerung zu einigen Fotos - die weit entfernt untergehende Sonne tauchte die Berge in ein fantastisches Abendrot. Tatsächlich legten wir noch gut eine Stunde, ausgerüstet mit Taschenlampe bzw Stirnlampe zurück, bis wir endlich das Auto erreichten. Meine Lust, nun noch Stunden aus dem Tal hinauszufahren, war begrenzt, aber es half nichts. Während der Fahrt liess ich noch einmal die schöne Tour Revue passieren: atemberaubende Landschaftseindrücke, nicht zu unterschätzende Anstrengungen, Weg-Suchen, springende Lachse, Wild, leichte Gratkletterei, usw usf. Von den ursprünglich etwa 250 Fotos finden sich sechzig ausgewählte in der Bildergalerie.

Originalbericht unter http://www.pirker.org/blog/2010/09/05/s ... -12343-ft/
Bildergalerie Direktlink: http://www.pirker.org/blog/galerien/som ... -5-9-2010/
Mein Tourenbuch: www.pirker.org/blog
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Re: Sawtooth Peak (3.762m), High Sierra, Kalifornien

Beitragvon Ries » Fr 1. Okt 2010, 22:41

Hallo Emanuel,

Gratuliere dir zu dieser schönen Tour - deine Fotos können einen Teil der Stimmung toll übermitteln!
LG, Doris
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