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Tourenforum - kaernten.bergrettung.at • Thema anzeigen - Ferlacher Horn (1.840 m) Ho-Tschi-Minh-Pfad, SA 17.05.2014

Ferlacher Horn (1.840 m) Ho-Tschi-Minh-Pfad, SA 17.05.2014

Bergtouren ohne Seilgebrauch, inkl. Klettersteige

Moderator: alpendohle

Ferlacher Horn (1.840 m) Ho-Tschi-Minh-Pfad, SA 17.05.2014

Beitragvon atktkl2416 » Di 20. Mai 2014, 07:59

Bei dieser Tour bin ich mir nicht sicher, ob ich sie in diesem Forum veröffentlichen soll, aber weil es sie gibt und sie wahrscheinlich sehr selten begangen wird, schreibe ich diesen Bericht. Ich muss vorausschicken, dass die Bezeichnung des Weges quer durch die Nordwand des Ferlacher Horns treffender nicht sein könnte!! In früheren Jahren wurde er vermutlich mehr begangen, einige Stellen zeigen Reste von Stahlseil-Versicherungen, auch verfallene Leitern sind Zeugen der Vergangenheit.
Ausgangspunkt der Tour ist das Gasthaus Schaidabauer in Ferlach, über den Raketensteig geht’s zum Sechter, an diesem westseitig vorbei und ein Stück den Nordostgrat zum Ferlacher Horn hinauf (deutliche Steigspuren führen vom Wanderweg Richtung NO-Grat rechts weg). Hier beginnt die erste Schwierigkeit, nämlich den Einstieg über den NO-Grat zum Ho-Tschi-Minh-Pfad zu finden. Der erste vermeintliche Übergang ist falsch, ebenfalls der zweite, wenn man einige Meter weiter am Rücken des NO-Grats aufsteigt. Man muss ein längeres Stück ostseitig dieses Rückens bleiben und erreicht kurz vor dem steileren Ansteigen des Grates den richtigen Einstieg, der dann aber deutlich Richtung Nordwand leitet.
Anfangs noch harmlos wird der Weg bald sehr schwierig, die Erosion hat viele Passagen zu äußerst unangenehmen, schrofigen, plattigen und rutschigen Stellen gemacht, die kaum überwindlich scheinen, aber mit Mut und einem Eispickel bewaffnet doch irgendwie „gehen“! Erst im Bereich unter der Gipfelfalllinie hat man die größten Schwierigkeiten überstanden, aber da ist man noch sehr lange nicht am Ende des Ho-Tschi-Minh-Pfades.
Es ändert sich dann aber der Charakter des Weges: Die schrofigen Abschnitte sind vorbei, man gelangt in den waldigen Teil, der nicht minder steil und felsdurchsetzt ist. Ab hier beginnen die Orientierungsschwierigkeiten. Der Weg „kommt und geht“, d.h. manchmal ist er deutlich sichtbar, dann wieder länger nicht vorhanden (oder wurde einfach verfehlt). Tendenziell geht der Weg leicht abwärts unterhalb der Felsen vorbei, ich war permanent zu hoch und musste immer wieder hinuntersteigen, als der Weg sichtbar wurde. Auch in diesen steilen Waldpassagen war der Eispickel sehr hilfreich!!
Die letzte große Schwierigkeit liegt beim Finden des Ausstieges hinauf zum Wanderweg, der vom Franzbauer bzw. Deutschen Peter zum Gipfel führt. Man befindet sich im Bereich gegenüber des Tscheppaschlucht-Parkplatzes, wenn eine senkrechte und glatte Felswand über einem sichtbar wird. Kurz vorher zieht eine schmale Rinne hinauf, die in leichteres Gelände hinaufführt. Man hält sich anfangs eher links, bis man knapp unter den Schlusswänden wieder rechts geht. Bei einer Felsstufe ist eine verfallene Leiter und ein Stahlseil (was für ein Segen, wenn man sich in der Falle glaubt!!), die einfach zum Überklettern ist. Danach hat man es mehr oder weniger geschafft und gelangt nach kurzem Aufstieg durch den Wald endlich auf den Wanderweg!!
Der Rest der Tour ist logisch: Über den Gipfel zurück zum Abstieg Richtung Waidisch und hinüber zum Sechter. Noch ein Tipp für den Aufstieg zum Sechter: Im Bereich des ausgeschlägerten und baumfreien Geländes ist es am besten, in direkter Linie auf- bzw. abzusteigen und nicht im ewigen Hin und Her die Serpentinen auszugehen, weil man einfach schneller hinauf- und hinunterkommt, auch wenn der sich bildende neue Steig noch erdig und rutschig ist. Nebenbei: Der heurige Schneebruch ist gewaltig und macht den Wanderweg zu einem Hindernislauf.
Mein Resumee: Der Ho-Tschi-Minh-Pfad ist eine extreme Bergtour, viele Stellen sind nervenaufreibend, die Orientierung im westlichen Teil sehr schwierig. Außerdem habe ich die Länge völlig unterschätzt und war auf Grund von zu wenig „Treibstoff“ im Gipfelbereich bei ca. 40 cm Neuschnee der Erschöpfung sehr nahe. Insgesamt war ich 10 Stunden unterwegs, aber einige Stunden gingen wegen der schlechten Orientierung und auch der Erschöpfung „verloren“. Landschaftlich ist dieser Weg aber atemberaubend, die Nordwand des Ferlacher Horns zu Recht die „Eiger Nordwand des Rosentals“. Wer seine persönliche „Reifeprüfung“ im Bergsteigen ablegen will, dem empfehle ich diese einmalige Tour vor den Toren der Landeshauptstadt - aber das ist nicht ernst gemeint :-)!
Berg Heil
Martin

Blick vom Sechter-Rücken in die Nordwand mit dem Verlauf des östlichen Teils des Ho-Tschi-Minh-Pfades
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Der schrofige und stark durch Erosion in Mitleidenschaft gezogene Abschnitt
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Der Pfad zieht auf gleicher Höhe bleibend mitten durchs Bild
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Plattiges Gelände und Stahlseilreste
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Die schwierigste und nervenaufreibendste Stelle!
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Etwa 500 Höhenmeter direkt unterm Gipfel
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Zerfallene Leiter mit Stahlseil kurz unter dem Ausstieg auf den Westkamm
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Tiefblick aus Gipfelnähe mit Sechter und Einstieg in den Ho-Tschi-Minh-Pfad
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