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Tourenforum - kaernten.bergrettung.at • Thema anzeigen - Koschutnikturm 2136 m via Westl. Nordkantenpfeiler (V-), SO

Koschutnikturm 2136 m via Westl. Nordkantenpfeiler (V-), SO

Klettern in Fels, Eis und Halle

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Koschutnikturm 2136 m via Westl. Nordkantenpfeiler (V-), SO

Beitragvon atktkl2416 » Di 4. Okt 2011, 10:08

Eine Tour, die schon sehr lange auf meiner Wunschliste stand: Über den Unteren Quergang, nach dem Wandbuch gleich direkt rauf zum Schuttplätzchen unter dem Kamin, der zur „Kanzel“ raufführt, von dort Richtung Nordwestschlucht und weiter auf die linke Begrenzung der Nordwestschlucht, das ist der Westliche Nordkantenpfeiler (gefunden im Karawankenführer von Hans Tuschar). Viele Kletterer kommen leicht durcheinander mit den Bezeichnungen, aber man stelle sich den Nordkantenpfeiler in Blickrichtung Süden vor, dann ist links vom Jennyriss der Östliche und rechts vom Jennyriss der Westliche Nordkantenpfeiler. Wieder rechts anschließend sieht man die markante Nordwestschlucht und schließlich davon rechts die Westkante.
Trotz des herrlichen Herbstwetters verirrte sich niemand in die schattige Nordseite des Koschutnikturms. Aber es war auch recht frisch, neben kalten Fingern gab es auch feuchte Nasenspitzen.
Koschutnikturm im morgendlichen Schatten mit Routenverlauf
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Westlicher Nordkantenpfeiler
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Zum Beginn des Westlichen Nordkantenpfeilers gelangt man rasch über den Unteren Quergang und hat nach dem Wandbuch die Wahl zwischen direkter Variante (IV+ und gut mit Klebehaken abgesichert) oder diese links umgehend auf etwas leichterem Gelände hinauf zum Schuttplätzchen unter dem Kamin, der hinauf zur „Kanzel“ führt. Die eigentliche Route ist in vier Seillängen aufgeteilt:
Die 1. SL geht vom Schuttplätzchen links vom Kamin über steilen und etwas brüchigen Fels in den eigentlichen Beginn der Nordwestschlucht. Hier sind keine Haken vorhanden, aber Zwischensicherungen kann man legen, Schwierigkeit IV-. Die große Überraschung: Ein Stand mit Klebehaken ist vorhanden!! (Ein großer Dank an Otto Plattner, der auf dieser Route vor Jahren insgesamt drei Stände mit Klebehaken eingerichtet hat, die man dankbar annimmt!) Der erste Stand direkt unter der Nordwestschlucht ist etwas exponiert, hier könnten Steine runterkommen, wenn vorausgehende Seilschaften am Ausstieg der Tour nicht aufpassen und Steine in die Nordwestschlucht abgehen lassen!!!
Blick hinunter zum Schuttplätzchen
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Blick hinauf zur Schlüsselstelle
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Die 2. SL geht über die schwach ausgeprägte Rampe links aufwärts. Hier sind insgesamt 3 geschlagene Haken vorhanden. Der Fels ist anfangs etwas brüchig, wird aber im oberen Teil der Seillänge immer kompakter, auch Zwischensicherungen können gut gelegt werden. Man gelangt links haltend bis zu einem Köpfl, oberhalb dessen der nächste Stand ist (Schwierigkeit III- und dann III+). Rechts von dem Stand ist eine ausgeprägte Nische unterhalb des Überhangs, der die Schlüsselstelle der Route darstellt.
Schlüsselstelle
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Die 3. SL führt nach rechts, kurz in die Nische absteigend zum rechten Bereich des Überhangs, der hier an seiner schwächsten Stelle überwunden wird (zwei geschlagene Haken befinden sich in der Nische, der zweite ist hoch gesetzt und leicht zu übersehen). Die Stelle ist mit V- bewertet, hat aber tolle Griffe im super kompakten Fels und geht dadurch überraschend leicht zum Klettern. Danach zieht die Route nach links in eine seichte Rissverschneidung und ab hier beginnt eine wirklich tolle Genusskletterei bis hinauf zum Grat (Schwierigkeit max. IV+).
Blick hinunter in die dritte Seillänge
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Blick hinauf in die vierte Seillänge
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Die 4. SL dient der völligen Entspannung und geht durch eine markante Rinne im herrlichen kompakten Fels bei mäßiger Schwierigkeit (III+) bis zum Stand, der alle hier zusammentreffenden Routen vereinigt.
Die restlichen zwei Seillängen über den Grat sind für jeden Koschutnikturm-Kenner ausklingende Routine.
Koschutnikturm in der Nachmittagssonne
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Resumee:
Für mich eine ausgesprochen positive Überraschung, diese Route über den Westlichen Nordkantenpfeiler. Je weiter man rauf kommt, umso besser wird der Fels. Der alpine Charakter der Tour ist vollkommen gegeben, die sehr guten Stände erleichtern das Leben und geben ein sicheres Gefühl. Zwischensicherungen können gut gelegt werden, es reicht ein 50 m Einfachseil. Einzig die Steinschlaggefahr aus der Nordwestschlucht sollte beachtet werden.
Ich hoffe, diese relativ detaillierte Beschreibung animiert den einen oder anderen Alpinkletterer zu einem Besuch.
Berg Heil
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Re: Koschutnikturm 2136 m via Westl. Nordkantenpfeiler (V-),

Beitragvon Stefan P. » Do 6. Okt 2011, 16:15

Großes Dankeschön für diese perfekte Tourenbeschreibung!
Obwohl der Otto die Stände ja schon vor langer Zeit eingerichtet hat, halten sich die Wiederholung bisher in Grenzen.

Ich hoffe, diese relativ detaillierte Beschreibung animiert den einen oder anderen Alpinkletterer zu einem Besuch.


Da bin ich mir absolut sicher!

GLG Stefan
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