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Tourenforum - kaernten.bergrettung.at • Thema anzeigen - Hochschwabgruppe, Östl. Hundswand–Highway 6 bis 7-, 05.08.11

Hochschwabgruppe, Östl. Hundswand–Highway 6 bis 7-, 05.08.11

Klettern in Fels, Eis und Halle

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Hochschwabgruppe, Östl. Hundswand–Highway 6 bis 7-, 05.08.11

Beitragvon atktkl2416 » Sa 6. Aug 2011, 19:08

Aus dem Genusskletteratlas, Band 2 Steiermark: „Hochinteressante und originelle, abwechslungsreiche und schöne Route mit einem an Ausgesetztheit kaum mehr zu überbietenden Hangelquergang oberhalb von riesigen Überhängen!“ Das Foto dazu in dem Führer lässt es einem kalt über den Rücken laufen, deshalb nahmen Günter und ich spontan die weite Fahrt zum Hochschwab auf uns (ca. 2 Stunden bis zum Alpengasthof Bodenbauer), um diese Tour zu gehen. Und ich muss vorweg sagen: Es war ein außergewöhnliches Erlebnis, das man selten hat.
Der Zustieg vom Bodenbauer ist recht kurz, nur eine knappe halbe Stunde, und schon breitet sich die Östliche Hundswand vor einem aus. Zum Einstieg geht’s über einen leichten Vorbau, aber dann geht’s gleich zur Sache. Zudem hatten wir etwas Pech mit nassen Passagen, weil es am Vortag stark geregnet hat und wir sehr früh dran waren. Ausgerechnet die kleingriffigen Stellen (7- laut Topo) waren dadurch äußerst heikel, aber die gute Absicherung der Route ermöglichte mit etwas Nachhilfe die Überwindung dieser Stellen. Ein erstes „Highlight“ ist in der dritten Seillänge eine 25 m hohe Piazverschneidung (6 bis 6+), die man so auch nicht alle Tage erlebt.
Und schließlich über vier Seillängen (gesamt ca. 165 m!!) auf den eigentlichen Highway, bei dem man nur quert, in der letzten Seillänge sogar leicht bergab klettert. In den beiden mittleren Seillängen befindet man sich unter einem schrägen Dach und nutzt den kleinen Spalt zwischen Dachschräge und senkrechter Wand, um diesen Superhangel vollführen zu können. Der Spalt verkleinert sich an der Schlüsselstelle praktisch auf Fingerbreite und noch enger, sodass man hier wirklich gefordert ist. Zur Beruhigung kann ich berichten, dass die Hakenabstände in diesem Bereich sehr human sind, sodass die Psyche nicht all zu sehr leiden muss. Eine weitere knifflige Stelle ist kurz vor dem Ende noch ein luftiger Überstieg über den sogenannten Adlerriss, der für Freikletterer eine harte Nuss ist (7-), aber mit A0-Hilfe leicht zu machen ist.
Das Ende der Kletterroute befindet sich bei zwei Bäumen, hier ist auch der richtige Abseilstand, nicht wie von uns vermutet schon 10 m vorher, weil ein eingebohrter Ringhaken uns den Abseilstand vorgaukelte. So begab ich mich auf die erste Abseillänge, die aber nicht an einem sichtbaren und zum Greifen nahen Stand endete, sondern auf Grund des Überhanges grad soweit von der Felswand entfernt, dass ich trotz aller Bemühungen nicht und nicht hinlangen konnte. Ein Pendeln gelang am Ende der 50 m Doppelseile einfach nicht, so blieb mir nur mehr der Weg nach oben, also Aufprusiken. Im Grunde war das eine peinliche Aktion, die mir aber zwei Erkenntnisse brachte, die ich auch deshalb hier berichte, um aus diesen Fehlern andere davor zu bewahren:
1.) Ein Topo gehört in die Hosentasche und muss unbedingt dabei sein, wenn man eine Tour das erste Mal macht!
2.) Und noch viel wichtiger: Wenn abgeseilt wird, dann muss das Material für einen Rückzug (sprich Reepschnüre zum Aufprusiken) am Klettergurt sein und die Technik dafür beherrscht werden! Geschweige denn, dass man an Abseilen ohne Selbstsicherung mit Kurzprusik oder ohne Knoten am Ende des Seiles denkt, dann kann das tödlich enden!!
Vom richtigen Abseilstand ging es dann mit den 50 m Halbseilen flott in vier Abseillängen zum Wanderweg hinunter, wobei mit genauer Kenntnis der Stände eine Abseillänge eingespart hätte werden können, nicht aber der erste Abseilstand nach 15 m schrägem Abseilen, dieser ist absolut notwendig.
Fazit: Eine tolle Plaisier-Klettertour mit ungewöhnlicher Wegführung in ausgezeichneter Felsqualität, wobei auf Grund des Hangelquerganges beide Kletterer „Vorstiegsqualität“ im oberen 6. Grad benötigen.
Berg Heil
Martin
Hier die Fotos:
Das gewaltige Dach der Östlichen Hundswand im abziehenden Morgennebel
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Die erste Seillänge auf feuchten Platten (6+, 6, 7-)
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Super Piazverschneidung (dritte Seillänge, 6, 6+)
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Zum zweiten Mal die „Arschkarte“ mit feuchten Platten (vierte Seillänge, 6-, 7-)
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Der Hangelquergang in Sichtweite
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Am Beginn des Querganges
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Da lacht einer - kurz vor der Schlüsselstelle (6+)
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Blick hinunter in den unteren Wandteil (die vordere weiße Verschneidung zum Piazen)
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Re: Hochschwabgruppe, Östl. Hundswand–Highway 6 bis 7-, 05.0

Beitragvon atktkl2416 » Sa 6. Aug 2011, 19:14

Günter am Ende des Superhangels
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Die letzte Seillänge geht bis zu den Bäumen!
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In der dritten Abseillänge mit Tiefblick auf den Wanderweg
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Noch ein Blick zum Einstieg hinüber
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Die Östliche Hundswand mit Routenverlauf (rot) und Abseilstrecke (gelb)
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