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Tourenforum - kaernten.bergrettung.at • Thema anzeigen - Großglockner (3.798 m) Nordostgrat, DO 19.06.2014

Großglockner (3.798 m) Nordostgrat, DO 19.06.2014

Klettern in Fels, Eis und Halle

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Großglockner (3.798 m) Nordostgrat, DO 19.06.2014

Beitragvon atktkl2416 » Mo 23. Jun 2014, 13:19

Ein „sehr kühner Felsanstieg“ führt laut Glockner-Topo über den Nordostgrat auf den höchsten Gipfel Österreichs. Ausgangspunkt ist die Franz-Josefs-Höhe (Maut heuer schon 34 Euro pro PKW!!), es folgt der obligate Abstieg zur Pasterze, auf dieser geht’s bis zum Kleinen Burgstall und dann rauf zum Glocknerbiwak. Die Spalten sind noch recht gut mit Schnee zugedeckt.
Vor Sonnenaufgang ging es hinüber zum Einstieg der Pallavicinirinne, der Nordostgrat startet hier und zieht sich parallel zur Rinne hinauf. Der Bergschrund war auf direktem Weg unüberwindlich, wir stiegen sehr weit rechts ein und querten oberhalb des Schrundes bis zum Flaschenhals.
Die ersten 200 Höhenmeter konnten wir seilfrei klettern, aber ab dem ersten Grataufschwung fingen die Schwierigkeiten an. Gleich zu Beginn gab es eine Schlüsselstelle (4 bis 4+ nach unserer Einschätzung), aber auch einen Standplatz mit geschlagenen Haken. Anschließend sahen wir einen Verhauer-Haken links oberhalb des Standes, der mich in die Irre und grobe Schwierigkeiten leitete, der richtige Weg führte schließlich zu zwei Haken rechter Hand. Die Verhältnisse waren in weiterer Folge sehr winterlich, die tiefen Temperaturen ließen kein Klettern ohne Handschuhe zu.
Nach der vierten Seillänge zweigt von der Pallavicinirinne auf ca. 3500 m nach rechts eine steile Rinne ab. Die Route folgt dieser Rinne an der rechten Begrenzung bis zum Pfeilerkopf.
Unter dem Pfeilerkopf wurden die Schwierigkeiten wegen des Glasureises am Fels größer, sodass wir eine Seillänge durch die Rinne zum Pfeilerkopf kletterten. Dort befindet sich auch der Ausstieg aus der „Aschenbrenner“, in die man einen tollen Tiefblick hatte. Von hier weg klettert man relativ leicht und genussvoll in direkter Linie zum Gipfelkreuz hinauf.
Der Abstieg über den Kleinglockner, das Eisleitl und das Hofmannskees war bei sehr guten Verhältnissen in erstaunlich kurzer Zeit möglich, der heißgeliebte Gegenanstieg von der Pasterze zur Franz-Josefs-Höhe ist leider immer noch die reinste Qual!!
Mein Resumee: Eine anspruchsvolle hochalpine Klettertour, die objektiv aber relativ sicher ist. Bei wärmeren Verhältnissen wäre das Klettervergnügen ein größeres gewesen, an diesem Fronleichnam waren die 13 Seillängen in acht Stunden teilweise sehr kalt. Der Blockgrat ab dem Pfeilerkopf zum Gipfel hinauf ist wunderschön zu klettern. Derzeit herrschen noch sehr gute Verhältnisse in der Pallavicinirinne.
Berg Heil
Martin

Auf der Pasterze am Weg zum Glocknerbiwak
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Die Nordseite des Glockners am frühen Morgen vor dem Aufbruch
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Beim Einstieg am Flaschenhals der Pallavicinirinne
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Blick nach oben entlang des Nordostgrates
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Nach der Rechts-Abzweigung unter dem Pfeilerkopf
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Tiefblick unter dem Pfeilerkopf Richtung Pallavicinirinne
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Am Ausstieg der Aschenbrenner
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Im oberen Bereich des Nordostgrates
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Re: Großglockner (3.798 m) Nordostgrat, DO 19.06.2014

Beitragvon atktkl2416 » Mo 23. Jun 2014, 13:21

Die letzte Seillänge
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Tiefblick vom Gipfelkreuz Richtung Nordostgrat
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Glocknerwand, Johannisberg
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Kleinglockner
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Am Hofmannskees
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Re: Großglockner (3.798 m) Nordostgrat, DO 19.06.2014

Beitragvon tauernfuchs » Sa 26. Jul 2014, 19:56

Hallo,
gratuliere zu dieser großartigen Tour! Es gibt wohl nur wenige, die diese kennen. Schade, dass ihr keine so guten Verhältnisse hattet.
Diese Route ist mein Favorit am Glockner, toller Fels und tolles Ambiente.
Ich bin dort etwa 1984 allein rauf. Ich hatte perfekte, trockene Verhältnisse. Damals war es möglich, direkt über einen steilen Eishang einzusteigen. Gleich danach, in den vorerst gutmütigeren Felsen, hat mir eine kleine Steinscheibe die Unterlippe durchgeschlagen. Nach Verpflasterung blieb mir eigentlich eh nur übrig weiterzusteigen und ich hab das dennoch immer noch als genussvoll empfunden. Über die Schlüsselstelle (ziemlich am Anfang) hab ich folgendes notiert:

"Die ersten Gratfelsen empor zu einem Absatz. Nun von links nach rechts auf ein Köpfl und über plattige Felsen zu einem Spalt im linken Wandbereich. Diesen empor und unter einem Überhang rechts an die Kante(IV,AO, Schlüsselstelle, Haken)."

Würde mich sehr interessieren, ob ihr das auch so in Erinnerung habt, oder ev. anders geklettert seid.
Danach bin ich immer in den Felsen rechts der Sekundärrinne, die von der Palla kommt, rauf. Am Ende der Rinne hab ich dann auf einen Alleingänger gewartet, der wegen zu argen Steinschlags in der Palla diese Sekundärrinne zu mir raufgestiegen ist. Verletzungsbedingt war es mir sehr recht, nun den Weg gemeinsam fortzusetzen. Wir haben dann aber dennoch nur eine einzige Seillänge gesichert und das Seil gleich wieder weggetan. Dieser Gratanstieg ist einfach so etwas von toll und der Fels so wunderbar sicher.
Mit meinem neu gewonnener Bergkamerad konnte ich auch den Gletscherabstieg sicherer bewältigen und der Bursche war danach auch noch so nett, mich nach Lienz ins Krankenhaus zu bringen, wo sie mir meine Lippe wieder zusammengeflickt haben.
Mittlerweile kenne ich außer dem Südgrat (-besser Pfeiler) und dem Smaragdpfeiler alle Kletteranstiege am Glockner, aber dieser NO-Grat hat mir am besten gefallen.
Gleich an dich die Frage: Kennst du zufällig den Südgrat?
Wünsch dir spannende Touren weiterhin!

LG Manfred
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Re: Großglockner (3.798 m) Nordostgrat, DO 19.06.2014

Beitragvon atktkl2416 » So 27. Jul 2014, 16:25

Servus Manfred,
schön, wenn du auch nach 30 Jahren so gute Erinnerungen an diese Tour hast!!
Ich kann deine Beschreibung der Schlüsselstelle bestätigen, das haben wir ganz genau so gemacht (bis auf den anfänglichen Irrweg nach links unter einem Überhang wegen des gesichteten Hakens, der dort wohl eher einem Verhauer entstammt). Aber Hut ab vor deinem Mut, diese Stelle alleine bewältigt zu haben!!!
Eine Frage interessiert mich: Wie bist du damals im Bereich des Pfeilerkopfes geklettert? Immer am rechten Rand des Grates rauf zum Pfeilerkopf oder ähnlich wie wir die letzte Seillänge in der Rinne zur Scharte (=Ausstieg aus der Aschenbrenner)?

Bezüglich Südgrat: Nein, den kenne ich nicht. Muss ähnlich interessant sein, wie der NO-Grat. Ist der Südgrat objektiv relativ sicher oder ist die Steinschlaggefahr doch stärker gegeben?

Berg Heil
Martin
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Re: Großglockner (3.798 m) Nordostgrat, DO 19.06.2014

Beitragvon tauernfuchs » So 27. Jul 2014, 17:07

Eigentlich kein Wunder bei den Erlebnissen, dass ich diese großartige Tour noch so in Erinnerung habe... ;)
Zum Pfeilerkopf bin ich sogar etwas rechts haltend rauf, sodass ich auf der Gratkrone des Pfeilers gelandet bin. Diese hab ich dann noch überschritten (ebenfalls schön!) und bin erst dann in die Scharte wo die Sekundärrrinne aus der Palla raufkommt. (Die Rinne hab ich nie betreten) Aus meiner Position hätte man aber auch die Gratkrone auf Bändern links umgehen können.
Ich hatte halt wirklich perfekte Verhältnisse und vollkommen trockenen Fels, da traust du dich dann ganz andere Sachen...
Es ist wirklich schade, dass bei euch noch recht viel Schnee war. Allerdings hast du halt dann heutzutage wieder das Problem am Einstieg mit dem Steinschlag aus der Pallavicinirinne, der halt je später im Jahr immer ärger wird.
Genau dieses Problem gibt´s, sogar verschärft, am Südgrat. Da hast du dieses Pillwax-Eisfeld, oder was davon noch übrig ist, über dir und sollst durch den Trichter darunter... Im Sommer fast nicht zu verantworten.
Alternative wäre ein Direkteinstieg, falls man über den Bergschrund kommt etc...
Die Route steht jedenfalls hoch oben auf meiner Wunschliste.

Auch dir Berg Heil!
Manfred
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